Stimme der Nacht

Stimme der Nacht

 

Der Geschmack, der der Nacht entströmte zerging ihr auf der Zunge wie flüssiges Eis, das sich heraus aus seiner Welt die aus Frost und Kälte besteht, dazu herablässt uns Untertan zu sein. Der Gedanke an Wälder rief er hervor, Nebel, der sich tänzelnd zwischen den Bäumen hin und herwiegt, auf der Suche nach einem passablen Spielgefährten, der die Ausdauer besaß mitzuhalten, mit seiner Schläue und Schnelligkeit. Die Dunkelheit kroch, sich langsam ihre Wege bahnend näher, einer scheckigen Schlange gleich, auf der Suche nach einem abendlichen Mahl. Der Mond, eine feine Sichel, ein Dolch, der bereit war jeden zu vernichten, der es wagen sollte seine Vollkommenheit anzuzweifeln. Ein wissender Ausdruck beherrschte seine großen, gütigen Augen, wissend, ob seiner Macht die Schwärze zwischen den Blättern zu vertreiben, die sich ängstlich aneinanderkauerten und die dünnen Ärmchen eng um die zerknitterten Leiber schlangen, die sich im Endstadium des Dasein befanden, rot und braun schimmernd. Das Gras war von einer dünnen Eisschicht überzogen, ein Mantel der den Gefriertod versprach. Mit kühlem Fell gefüttert, die Oberfläche, Leder aus gefrorenem, gläsernen Wasser, dass von feinen Spiralen durchzogen nicht lange wärmen würde. In Trance, das Leben, welches eine Auszeit nahm, erschöpft von Frühling, Sommer, Herbst. Müde geworden, zu oft war es gescheitert an Aufgaben, die das Schicksal stellte. Aber doch trat es weiter die Wege, die sich immer verschlungener über Dörfer und Felder zogen. Zu sehr liebte es diese Welt, zu viel Vertrauen gefasst hatte es zu all denen, die sie bewohnten. Trauer hatte sich in dessen Wange gegraben, doch Lippen und Blick sahen zärtlich über alles hinweg. Duldete das Leben beinahe jede Tat, ob gut, ob schlecht. Es ist unsterblich, gefangen im Kreislauf. Ein Phönix, der in seiner eigenen Asche wiedergeboren aufersteht. Lass es nicht zürnen, gegen dein Tun, besänftige es mit stillem Lachen, lass es applaudieren unter Erfolg und Gewinn. Und leg dich zu ihm, wenn die Sonne untergeht, die Jahreszeiten beendend vorüberziehen und deine Seele erschöpft zusammensinkt. Schmecke ein letztes Mal das Eis auf der Zunge, zerlaufend, die Stimme der Nacht.

 

Unter Mitarbeit von Fini

trotz der genervten Blicke immer zum Nachdenken bereit

Danke dafür

Die nächste Englisch-Stunde

wird stiller verlaufen

 

26.10.10 15:35

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