Liebe


Liebe

 

Sie umschlingt dich, ein unsichtbarer Umhang gewebt aus Verstand, ein steinernes Tuch, engmaschig um unsere Köpfe gelegt, bricht die Verbindung zwischen oben und unten.

Haupt und Herz. Sie trägt ein Kleid, gold besetzte Spitzen mit zarten, zerbrechlichen Seufzern versehen. Der Saum aus Sternenstaub, gesammelt in einsamen Nächten, die sie mit sich zu bringen versprochen hatte. Samt und Seide, Diamanten und Brillianten.

Langes, dichtes Haar fällt in weichen Wellen über ihre Schulter, es glänzt in der Morgensonne, schimmert im Mondschein. Ihre Lippen leuchten, ein dunkles Rot, wie Blut, wie Rosen. Augen, zwei Abgründe, siehst du hinunter klopft dein Herz, schnell, unregelmäßig, dass du vermutest deine Seele wurde dem Druck nicht stand halten und in tausende Teile zerbersten. Sie wird dich hören. Der Laut besitzt die Kraft Lawinen in Gang zu setzen, Opfer darzubringen – auf eisernen Tafeln – und Leben zu nehmen, wo lediglich ein zarter Halm aus der kalten Erde spross. Schaut man sie an, scheint sie zu lächeln, ganz sanft, dass es ebenso als Illusion gewertet werden kann.

Sie schmeichelt dir, verdreht dein Denken, raubt dir Intelligenz sowie die Kraft klar zu sehen im Nebel des Geschehens. Ihre zarten Fingerspitzen schließen dich in eine honigsüße Umarmung, die einen bitteren Nachgeschmack auf der Zunge hinterlässt, ein verschwindender Gruß. Die Stimme, die dir hoffnungsvoll die Zukunft verheißt gehört ihr. Du vernimmst sie in Träumen, die den Tag bescheinen, die dich locken, dich über die Schwelle zu ziehen versuchen. Schläfst du oder wachst du?

Sie ist ein Wunsch der Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Lass sie Wahrheit werden, mehr als Schein der das Sein schmackhaft macht. Öffne Fenster und Türen, entriegle Tore die Gefühl verschlossen hielten. Nehme ihnen die Ketten ab, biete ihnen Wasser und Wein. Lade ein zum Mahl in deinen Hallen, lass sie tanzen, singen, höre ihr Lachen im Saal widerklingen, eine zärtliche Melodei. Sie selbst wiegt sich in deinen Armen im stillen Tanz, ohne Besitzansprüche zu stellen verlange nach ihr, ohne süchtig zu werden nach dem Geschmack ihrer Lippen.

Sie ist

Eine Ballerina die auf luftigen Höhen die Welt erobert, immer im Begriff sofort wieder hinter einem Vorhang zu verschwinden. Eine Kerze, flackerndes Licht, vom Erlöschen bedroht und doch stetig. Seh’ nicht zu lang hinein, du wirst geblendet. Eine Welle überspült dich, fühlst dich erschlagen von der Wucht deines Fühlens, war es dir nicht bewusst, das Gedicht, das dein Inneres erhellt. Sprich leise die Silben nach, forme sie zu Versen die dich immer wieder an die schöne Betrachterin erinnern. Fühle ihr Haar zwischen deinen Händen, streiche ihr sacht über die Wangen im Begriff dich zu verabschieden.

Schenke ihr einen letzen Blick, zärtlich und verglommen, lösche die Kerze, würde ihr Schein dich sonst des Schlafes berauben. Gebe das Versprechen sie am nächsten Tag erneut zu entzünden, erneut verzückt den Tanz der Glückseeligkeit zu betrachten. Feire bis in den Tod. Verführe sie, leite sie auf von dir bestimme Wege, Hand in Hand   stürzen wir und gemeinsam in die Wogen, in der Hoffnung zu überleben.

1.11.10 16:09

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